#5 Fleischeslust

fullsizeoutput_1326Ich esse gerne Fleisch. Sehr gerne sogar. Weil es mir wirklich sehr gut schmeckt und es mir als Koch unglaubliche Freude macht, dem Geräusch von brutzelndem Fleisch in der Pfanne zuzuhören oder Knochen ganz langsam anzubraten und dann über mehrere Stunden einen herrlichen Fond köcheln zu lassen.

Allerdings, muss ich dazu sagen, esse ich nicht alles Fleisch. Ich esse ausschließlich Fleisch von regional gezüchteten Tieren.  Woher ich das weiß? Ich interessiere mich dafür. Ja, es gibt ihn noch, den Metzger des Vertrauens, der Euch die Adresse vom Bauernhof gibt, wo er seine Tiere kauft.

Leider nicht die freundliche Fleischtheke aus der Supermarktwerbung die auf regional setzt. Es ist leider auch nicht jeder kleine Metzger um die Ecke. Viele kaufen direkt beim Großmarkt, das Fleisch in Teilen um so die liebe Kundschaft mit Filet und Rücken zu bedienen. Schulter, Bauch, Hals, diese Teile werden immer weniger gekauft. Es gibt wenige Köche, die einen köstlichen Braten aus der Schulter oder ein anständiges Gulasch zubereiten können. Ganz ehrlich, ein Stück Filet oder Rücken zu braten ist keine Kunst. Ein Teilstück vom Tier,  in unserer Gesellschaft als „nicht so hochwertiges Fleisch“ bekannt, macht mehr Arbeit und erfordert vor allem mehr Fachwissen.

Auch ich bin der Meinung, wir sollten viel weniger Fleisch essen und uns in der Tierhaltung zu entwickeln und die Massentierhaltung einzudämmen sowie auf unserer Gesundheit zu achten. Die Auflagen für die Tierhaltung sollten viel höher sein, und dagegen sollten die Auflagen für kleine Metzger niedriger gehalten werden. Von vielen Metzgern höre ich, dass sie nicht mehr selbst schlachten, weil die EU zu hohe Auflagen und Anforderungen stellt, die aus finanziellen Gründen für Kleinbetriebe nicht denkbar sind. Konzerne und Fleischfabriken profitieren davon. Ich möchte zu gerne wissen, wer da überall dahinter steckt.

Für mich gibt es unter der Woche wenig bis kein Fleisch, vielleicht mal eine Bratwurst oder Speck, dafür ordentlich Gemüse der Saison. Und hier ist ganz klar auch bei mir noch mehr Potenzial drin. Schnelle vegetarische Küche für den Alltag, und zwar nicht nur Pasta oder Ofengemüse. Eine Herausforderung die ich demnächst angehen werde und über die ich hier berichten werde.

Einer meiner Punkte auf meiner „Bucket List“ ist, einen Bauernhof zu besitzen, meine eigenen wenigen Tiere zu züchten, zu schlachten und dann zu verarbeiten. Zu Schinken, Speck, Ragout, Dosenwurst.

Bei uns Zuhause, da gab es früher immer Samstags ein Suppenfleisch und Sonntags einen Braten. Eine großartige Tradition, die ich bei mir Zuhause schon lange wieder eingeführt habe.

Wenn es Sonntags in der Küche duftet und man sich richtig auf das Essen freut, und nicht als selbstverständlich sieht, dass es Fleisch gibt. Lieber wenig Fleisch, dafür in bester Qualität. Für mich, genau die richtige Einstellung.

Während nun die Suppe auf dem Herd köchelt, bereite ich mich voller Freude auf meinen Kochkurs mit Innereien vor. Innereien sind gleichwertig wie jedes andere Stück Fleisch und wir sollten wissen, auf was wir dabei achten sollten und wie wir sie zubereiten. Sonst geht diese Wissen leider auch verloren.

Knusprige Schweineohren, gebackenes Lammhirn und pochierte Stierhoden. Klingt komisch, ist aber auch einfach vom Tier und kann gegessen werden.

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